Barbara Krohn zur Serie »Schlafende« (07/08)
schlafes schwester I
schlaf, schwester, schlaf
den schlaf der ungerächten
unter dem blinden
mantel der träume
hebt der wind
dein bett aus moos
unten am fluss und
für ein stündchen eine nacht
begibst du dich
in die obhut
von gänsefedern
noch warm vom letzten flug
durch rosentau und nelkenstaub
aus verblichener kinderzeit
als die welt
dir freundin war
ohne wenn und aber
wer dich sieht, schlafende schwester
könnte neidisch werden
bei so viel leichtigkeit
des selbstvergessens

